Folge 2 Adaptive Kraft

Shownotes

Worum geht es in dieser Folge?

In Folge 1 haben wir George Goodheart in seinem Behandlungszimmer in Detroit begleitet. 1964 machte er eine verblüffende Beobachtung: Ein schwacher Muskel wurde in Sekunden stark - ganz ohne Training. Laura und Frank wollten verstehen: Was genau wird da eigentlich getestet? Sie machten sich auf die Suche. Laura und Frank nehmen uns mit durch ihre eigene Forschungsgeschichte: von den ersten Experimenten bis hin zum Kernbefund, der alles verändert. Walther hatte recht. Der Muskeltest nach Goodheart misst nicht Kraft.

Eure Meinung zählt! Fragen, Kritik, Erfahrungen mit AK? Her damit! → kontakt@ak-podcast.de

Kapitel

– 00:00 Intro, Recap & Thema – 03:12 Kapitel 1 Erste Ergebnisse – 14:50 Kapitel 2 Bebende Muskeln – 19:25 Kapitel 3 Der manuelle Muskeltest nach Goodheart – 32:00 Outro – und ein Einspruch von Michael

Verlinkte Publikationen (04:09) Studie Halten vs. Drücken gegen Druckluftsystem Schaefer LV, Bittmann FN. Are there two forms of isometric muscle action? Results of the experimental study support a distinction between a holding and a pushing isometric muscle function. BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation, 2017; 9: 11. https://doi.org/10.1186/s13102-017-0075-z

(06:01) Studie Halten vs. Drücken – Paarvergleich Schaefer LV, Bittmann FN. Paired personal interaction reveals objective differences between pushing and holding isometric muscle action. PLoS ONE, 2021; 16(5). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0238331

(10:30) Review Halten vs. Drücken – Preprint Oranchuk DJ, Lum D, Natera A, Nelson AR, Bittmann FN, Schaefer LV. ‘Pushing’ versus ‘holding’ isometric muscle actions; what we know and where to go: a scoping systematic review with meta-analyses. Under review, Sports Medicine Open, Nov 2024; preprint: https://doi.org/10.1101/2024.11.04.24316609

(15:24) Studie interpersonelle Synchronisation Schaefer LV, Bittmann FN. Coherent behavior of neuromuscular oscillations between isometrically interacting subjects: an experimental study utilizing wavelet coherence analysis of mechanomyographic and mechanotendographic signals. Scientific Reports, 2018; 8: 15456. https://doi.org/10.1038/s41598-018-33579-5

(16:06) Studie EEG-Synchronisation interpersonell Schaefer LV, Bittmann FN. Case Study: Intra- and Interpersonal Coherence of Muscle and Brain Activity of Two Coupled Persons during Pushing and Holding Isometric Muscle Action. Brain Sciences, 2022, 12(6), 703. https://doi.org/10.3390/brainsci12060703

(22:54) Studie Adaptive Kraft – Preprint stable vs. unstable Hinweis: Zeitmarke und Referenz nach Neueinreichung aktualisieren. Schaefer LV, Bittmann FN. Muscle stability: definition, measurement, importance, and practical implications of stable vs. unstable muscles (submitted August 17, 2025). Preprint: https://doi.org/10.1101/2025.09.08.670731

Weitere Materialien Ergänzende Abbildungen und Grafiken zu dieser Folge findet ihr direkt, wenn ihr uns über unseren YouTube-Kanal hört. Der link: https://www.youtube.com/@akpodcast-lf

Oder ihr ruft sie über unsere Akademie-Website auf: https://www.bvfg-potsdam.de/akademie/fort-und-weiterbildung/applied-kinesiology-basierte-integrative-medizin/podcast-applied-kinesiology/

Stimmen & Characters

🎩‍ Laura Schaefer – Host (Originalstimme) Promoviert in Sportmedizin und habilitiert in den Gesundheitswissenschaftlen, gemeinsam mit Frank Autorin von über 20 peer-reviewed Publikationen zur neuromuskulären Regulation. Leitung Akademie für Gesundheit und Sporttherapie.

🎩‍ Frank Bittmann – Host (Originalstimme) Vormals Professor für Sporthysiologie, spezialisiert auf Regulationsmedizin, gemeinsam mit Laura Autor von über 20 peer-reviewed Publikationen zur neuromuskulären Regulation. Kursleitung Applied Kinesiology basierte Integrative Medizin.

🤖 Michael – Skeptischer Moderator (KI-Stimme) Die Stimme des kritischen Gegenübers – generiert mit ElevenLabs auf Basis der Stimme von Michael Danisch. Hinweis: Diese Stimme wird künstlich erzeugt und ist keine Originalaufnahme von Michael Danisch.

🤖 Claude – KI-Analystin (KI-Stimme) Die KI von Anthropic – im Podcast als neutrale Analystin und wissenschaftliche Bibliothekarin. Stimme generiert mit ElevenLabs (Jane – Professional Audiobook Reader; Jeanette – Audiobook (2025-02-08_1330)). Hinweis: Diese Stimme wird künstlich erzeugt.

Musik & Sounds

Alle Sounds stammen von Freesound.org bzw. ElevenLabs und werden gemäß ihrer jeweiligen Creative-Commons-Lizenz verwendet.

🎵 Intro-Musik: 645177_ busabx_funk slap bass riff by – freesound.org/s/645177/ – License: Attribution 4.0 🎵 Logo-Sound / Serienkennung: 458426quetzalcontlawarm-guitar-rhythm-glitched-intro.wav; Warm guitar rhythm glitched Intro by quetzalcontla – freesound.org/s/458426/ – License: Attribution 4.0 🎵 Transition-Sound: 773468crashbulb85-bpm-4-bar-loop-sparse-rhythm-guitar-bass-and-drum-kit.wav – freesound.org/s/773468/ – License: Creative Commons 0 🎵 Outro-Musik: 250750joshuaempyrechill-guitar-with-drums-loop.wav Chill Guitar with Drums - LOOP.wav by joshuaempyre – freesound.org/s/250750/ – License: Attribution 4.0 🎵 Singel snare drum roll von ElevenLabs 🎵 Gentle Chime Bell von ElevenLabs

KI-Unterstützung Konzeption, Literaturrecherche, Texte und technische Unterstützung durch Claude – KI von Anthropic (claude.ai)

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Transkript anzeigen

00:00:11: George Gotthard hatte in den letzten Jahren ein verblüffendes Verhalten von Muskeln entdeckt.

00:00:17: Darauf aufbauend hat er die Applied Kinesiologie begründet, die sich dann rund um den Erdball verbreitete.

00:00:26: Auch Laura Schäfer und Frank Bitmann zog diese faszinierende Art zu untersuchen in ihren Bannen.

00:00:33: Als Sport- und Gesundheitswissenschaftler waren sie gleichsam elektrisiert.

00:00:38: zu verstehen Was genau sie da eigentlich testeten?

00:00:42: In den Büchern gab es keine befriedigende Antwort.

00:00:46: Also machten Sie sich selbst auf den Weg zur Erkenntnis und der führte sie zu adaptiven

00:00:53: Kraft.

00:00:56: Willkommen

00:00:56: zurück bei Genial oder Humbug, dem Podcast zur Applied Kinesiologie.

00:01:02: Folge zwei, adaptive Kraft der Nachweis.

00:01:06: Schön, dass ihr dabei seid.

00:01:08: Damit zu uns den Machern oder Host dieses Podcasts.

00:01:11: ich bin Laura Schäfer und neben mir sitzt Frank.

00:01:14: Ich bin Frank Bitmann.

00:01:15: Wir

00:01:16: beide sind einerseits erfahrene Praktiker der Applied Kinesiologie

00:01:20: gleichzeitig aber

00:01:21: auch überzeugte

00:01:22: Wissenschaftler.

00:01:23: Wieder mit dabei sind auch Michael, der uns durch

00:01:26: das Programm

00:01:27: führt aber auch unbequeme Fragen stellt.

00:01:30: Und Claude unser KI-Analyst

00:01:33: von Entropic.

00:01:34: beide sprechen mit KI generierten Stimmen von

00:01:36: Eleven Labs.

00:01:38: Übrigens Grafiken und Bilder seht ihr direkt wenn ihr uns über YouTube hört und ihr findet sie auch auf unserer Akademie Seite.

00:01:45: Der Link wie immer in den Show Notes.

00:01:47: Aber nun rein ins Thema.

00:01:49: Claude fast noch einmal zusammen, was

00:01:51: in Folge eins geschah.

00:01:53: In der

00:01:53: letzten Folge haben wir Jude Goodheart in seinem Behandlungstimmer in Detroit begleitet.

00:01:59: Ein schwacher Muskel wurde in Sekunden stark – ganz ohne Training!

00:02:03: Was steckte dahinter?

00:02:04: Laura und Frank machten sich auf die Suche.

00:02:07: Sie wälzten die Lehrbücher, fanden aber keine klare Antwort.

00:02:11: Was genau wird da eigentlich getestet?

00:02:14: Die ersten Messversuche scheiterten.

00:02:15: Kraftmessungen passten nicht zu den Testergebnissen, war doch alles Humbug?

00:02:20: Dann hatte Laura eine Idee.

00:02:22: Kann es sein dass es nicht nur die eine isometrische Kraft gibt sondern vielleicht zwei Arten halten und drücken?

00:02:30: War das nur eine schöne Theorie oder ließ sich das auch beweisen?

00:02:34: Genau darum geht's heute.

00:02:36: Laura und Frank erzählen, wie sie ihre Hypothese auf die Probe stellten.

00:02:40: Mit Studien, Messungen und verblüffenden Ergebnissen.

00:02:45: Los geht's!

00:03:17: Man sollte meinen, dass zum Thema Muskekraft schon lange alles klar ist.

00:03:21: Eigentlich kam zu glauben, das es da vielleicht doch noch eine zweite Form gibt wie wir vermuten.

00:03:27: in den Lehrbüchern der Bewegungswissenschaft fanden wir das eben nicht obwohl wir diese Funktion ständig täglich nutzen.

00:03:34: Vielleicht nochmal kurz zur Klärung was wir damit meinen?

00:03:37: Wir können mit unseren Muskeln irgendwo gegendrücken Mit der Intention ist zu überwinden.

00:03:41: also ich will etwas wegschieben oder etwas anheben Aber auf der anderen Seite kann ich eben auch halten, also mit der Intention nicht überwunden zu werden.

00:03:53: Also einen Widerstand zu bieten.

00:03:55: Hier noch ein kleiner Einschub.

00:03:57: Um Missverständnisse zu vermeiden müssen wir hier genau differenzieren.

00:04:01: Tatsächlich war bei den frühen Muskelphysiologen schon von haltender Muskelleistung die Rede.

00:04:07: Albrecht Bete, Physiologe an der Universität Frankfurt, sprach schon vor hundert Jahren von passiver statischer Kraft.

00:04:14: Was

00:04:15: dann, twohneunzehntzwanzig vom sowjetischen Sportwissenschaftler Vladimir Kuznetsov in seinem Buch Kraftvorbereitung übernommen wurde Wie bis heute üblich ging es dabei aber immer um das Maximum.

00:04:27: Muskeln sollten maximal anspannen und wurden dann zusätzlich noch gedehnt.

00:04:32: Dabei wurden deutlich höhere Maximalkräfte gemessen als bei der aktiv drückenden Kraft, worin sich unser Ansatz davon unterscheidet wird im Verlauf dieser Folge klar werden.

00:04:44: Zunächst interessierte uns mehr was im submaximalen Kraftbereich passiert?

00:04:49: Wir haben also als erstes Studien gemacht mit denen wir das halten und dem Drücken verglichen Mit der Fragestellung gibt es zwei verschiedene Formen isometrischer Muskelaktionen.

00:04:59: Da ging's darum, können wir irgendwas messen was den Unterschied macht zwischen beiden?

00:05:03: Genau und erstmal mussten wir den Klassiker durchführen.

00:05:06: bei Experiment Nummer eins also Mensch gegen Maschine.

00:05:09: Das ist aber gar nicht so trivial in dem Setting, weil das Halten zu ermöglichen beim Probanden ohne den überwinden zu lassen.

00:05:17: Ja die Isokonätikmaschine drückt dich agnadenlos weg.

00:05:20: also sie konnten wir nicht nehmen.

00:05:22: Wir brauchten ein Konzept bei dem die Maschine auch erst mal gebremst werden konnte und

00:05:27: dass geht über Druckluft, weil sich Luft komprimieren lässt und damit konnten wir den Haltemodus gut ermögliche.

00:05:34: Wir wurden also Drucklufte-Spezialisten.

00:05:36: Gut um wie sah das Testsettingern aus?

00:05:38: Der Proband sollte einerseits mit einer definierten Kraft gegen die Maschine drücken und dann umgekehrt, sollte er gegen die drückende Maschine halten.

00:05:47: Und die Aufgabe war es diese Kraft so lang es geht aufrecht zu erhalten im beiden Modi.

00:05:52: Es ging also eher um eine Kraftausdauer.

00:05:55: in dem Fall Ja was war das Ergebnis?

00:05:59: Trotz gleicher Kraft konnten die Personen deutlich länger drücken als halten.

00:06:03: Also gleiche Kraft, gleiche Position Nur diese unterschiedlichen Modi, die man subjektiv ausführt.

00:06:10: Und trotzdem war das Drücken länger als es halten.

00:06:12: Das spricht ja eigentlich dafür, dass man beim Halten früher ermüdet und der Unterschied war deutlich und klar signifikant?

00:06:19: Aber das spricht dafür, daß es sich um zwei verschiedene Prozesse handelt!

00:06:23: Jetzt tiefer ein, die Details einzusteigen – das würde zu weit führen.

00:06:26: Wir haben die Papers in den Show Notes verlinkt.

00:06:29: bei Interesse schaut dort einfach nach.

00:06:34: Aber ist das auch noch so, wenn zwei Personen miteinander agieren?

00:06:39: Eine drückt die andere hält dagegen.

00:06:41: Da

00:06:41: haben wir entsprechende weitere Studie gemacht bei Interaktion von zwei Personen.

00:06:47: Das

00:06:47: ging also so, der eine drückte und der andere hielt mit einer definierten Kraft Und dann wurden die Rollen getauscht.

00:06:54: Das hast du ja dann, glaube ich sogar im Seminar mal mit den

00:06:57: Studis

00:06:57: durchgeführt.

00:06:58: Ja

00:06:58: da haben sie sich dann alle – wie viel waren das damals?

00:07:01: Weiß nicht vielleicht zwanzig oder fünfundzwanzig Leute und die haben sich dann immer zu zweit zusammengesetzt in so einer Tischreihe Also

00:07:08: gegenüber dass die waren ja an einer langen Tischreihe aufgereiht gegen übersitzend

00:07:12: Gegenübersitzend Und dann haben Sie diese diese armen Drückposition quasi eingenommen.

00:07:19: Aber hier war jetzt wichtig Die Aufgaben sollten klar verteilt sein.

00:07:23: Der erste hält nur, während der andere gegendrückt.

00:07:26: Solange es geht die Position und Kraft aufrechterhalten und danach umgekehrt... ...der Drückende wird zum Haltenden und dann kam dort auch das Gleiche raus.

00:07:34: Das war natürlich ein kleines Experiment.

00:07:36: Und jetzt tatsächlich ganz wichtig!

00:07:38: Also erst mal wir haben's mehrfach am Wechsel gemacht damit wir gucken können verändert sich das oder ist es dann wirklich... Und das Entscheidende war fast immer gewann die drückende Person Unabhängig davon, welcher von den beiden probanten Stärker war.

00:07:56: Das heißt auch die stärkere Person hat früher nachgegeben wenn sie im Haltemodus waren?

00:08:00: Also das hat letztlich die Messungen gegen die Druckluftmaschine bestätigt.

00:08:06: Zuerst bricht das Halten ein und auch bei der eigentlich stärkeren Person.

00:08:10: Genau!

00:08:11: Bei gleicher Kraft.

00:08:12: Sie kann also nicht so lange halten wie der Schwächere drückt.

00:08:17: Das verstehe ich gar noch nicht, aber da muss sich mein Kopf erst mal kussen...

00:08:21: Naja, der Schwächere drückte mit der definierten Kraft.

00:08:24: Ja?

00:08:25: Und trotzdem gab die stärkere Person dann eben irgendwann nach.

00:08:30: Genau!

00:08:30: Also das heißt, dass schwächere konnte länger drücken als der Stärkere halten.

00:08:36: Ich glaube du jetzt haben es meine Gehirnzellen auch

00:08:38: bestanden.

00:08:39: Danke.

00:08:40: Ich höre es nochmal an.

00:08:41: Vielleicht habe ich mich auch wirklich nicht gut ausgedrückt.

00:08:45: Das Fazit – Halten bricht deutlich früher zusammen als Drücken und das bei identischer Kraft.

00:08:52: Das heißt, wenn man beim Halten früher am Limit ist dann spricht das dafür dass es aufwendiger sein muss.

00:08:57: Das ist also definitiv ein Unterschied.

00:09:00: Genau.

00:09:00: und die Frage jetzt natürlich wenn wir das publizieren wollen gibt es dazu noch mehr Literatur andere Forscher die das auch gemacht haben

00:09:09: oder waren wir jetzt die einzigen die das machen?

00:09:13: Wir hatten ja unsere Studien publiziert Und sehr viel später, also eigentlich nach einem Jahrzehnt wurden wir dann fündig auf der Suche nach anderen Gruppen die ähnliche Themen bearbeitet.

00:09:25: Tatsächlich wurden wir angeschrieben von Dustin Oranjuk, der ist inzwischen ein Professor, also Assistant-Professor an der Universität of Colorado, ein Trainingswissenschaftler – die kommen eher aus einer Trainingstruckschaft, Krafttraining.

00:09:39: Und der hatte mich irgendwann angeschrieben, weil er eben unsere Literatur oder unsere Artikel zu halten und drücken gefunden hat.

00:09:47: Die, wie gesagt von den Zweifels und vierzehn

00:09:51: ist es.

00:09:52: Und da haben wir uns quasi gemeinsam die ganze Literatur mal angeschaut.

00:09:59: Inzwischen wussten wir auch, dass man nicht nach Holding and Pushing suchen sollte.

00:10:03: Sondern andere Forscher sprechen da eher von Positionskontrolle und Kraftapplikationen.

00:10:09: Jeder hat natürlich seine Terminologie und dann passen die Suchbegriffe halt nicht.

00:10:15: Und letztlich untersuchen trotzdem alle was Ähnliches?

00:10:18: Wobei keiner der Forscher bringt den Link das es zwei verschiedene Formen von Isometrie gibt!

00:10:25: Das waren

00:10:26: halt nur Testsettings.

00:10:28: Einer hat das noch gemacht, die anderen wollen einfach gucken wie ist Positionskontrolle und wie ist Kraftkontrollen?

00:10:34: Ja ja, das meine ich.

00:10:36: Genau, die Untersuchung Testsetting aber ziehen daraus keine Konsequenz was mich fast ein bisschen perplex darstehen lässt.

00:10:43: Das waren meistens Trainingswissenschaftler, die kommen von einer Perspektive her an.

00:10:48: Wir bekamen Zugang zu einer Gruppe von Trainingswissenschaftlern, Kraftsport-Trainingswissenschaftler.

00:10:54: Die sich für Haltendrücken interessierten und so gibt es jetzt eine kleine Community zu diesem Thema die sich über den Globus verstreut USA,

00:11:05: Singapur, Australien, Neuseeland

00:11:08: und Deutschland.

00:11:10: Und da ist dann eben dieses sehr große Review entstanden aus vielen fünfzig verschiedenen Einzelstudien zum Thema Halten und Drücken mit völlig unterschiedlichen Ansätzen was natürlich den Vergleich recht schwermacht.

00:11:21: und trotzdem konnten wir in der Mitte Analyse ein paar eindeutige Unterschiede identifizieren.

00:11:26: Die

00:11:26: haben wir inzwischen zur Publikation eingereicht mit Dustin Orenczuk und Laura als Hauptautoren.

00:11:34: Print schon draußen.

00:11:35: Also jetzt ist gut, das war schon im November.

00:11:38: Im

00:11:39: Herbst, seitdem läuft der Review-Prozess.

00:11:42: Das Ganze wurde ein Werk mit zweiundachtzig Seiten also hochkomplex und zumal zu einer Thematik die nicht etabliert ist.

00:11:50: Im Ergebnis läuft das Reviewverfahren noch immer.

00:11:54: Und

00:11:54: jetzt gerade wurde es zurückgezogen oder wir wurden darum gebeten zurückzuziehen weil sie kein Reviewer gefunden haben?

00:11:59: Sie haben wohl vierundzwanzig Personen angefragt.

00:12:02: Also es läuft, ist es schwierig.

00:12:05: Aber die Ergebnisse, die ergeben Sie, wer möchte?

00:12:09: Kann

00:12:09: sich da gerne durchgraben auch wenn es nicht gerade Betlektüre geworden ist.

00:12:14: Gut aber vielleicht zu den Ergebnissen, die uns im Wesentlichen weitgehend bestätigen.

00:12:19: Genau also es finden sich signifikante und wahrscheinlich daher nicht zufällige Unterschiede zum Beispiel in der elektrischen Aktivierung der Muskeln, in Kraftschwankern wegen des Ermüdungsverlauf vor allem.

00:12:30: natürlich.

00:12:31: erstmal Halten ist weniger ausdauernd als drücken.

00:12:34: Und Herzrequenz, Blutdruck und so weiter, die unterscheiden sich auch vor allem im Anstieg.

00:12:39: Also wenn man alles zusammennimmt ergeben sich etliche Hinweise, die naheliegen das Halten- und Drückentat zeichlich zwei unterschiedliche Formen der Kraft sind...

00:12:49: ...und ganz wichtig!

00:12:50: Die Parameter, die sprechen dafür dass es komplizierter für unseren Nervenmuskelsystem ist Wenn wir halten als wenn bedrücken.

00:12:58: Das könnte erklären warum das Halten möglicherweise anfällig ist auf Störung.

00:13:03: Genau, so erfordert mehr Rechenleistung, komplexere Vernetzung im Gehirn und daher können da auch andere Faktoren einfließen.

00:13:10: Na gut!

00:13:11: Beim Halten scheint der Muskelaufdauer schneller zu ermüden aber das erklärt ja noch nicht wieso Muskeln beim Muskeltest ohne vorherige Belastung plötzlich einbrechen wie ihr behauptet?

00:13:23: So ein MuskeltEST prüft ja nicht die Kraftausdauer.

00:13:27: Der Test geht ja schließlich nur über ein paar Sekunden.

00:13:30: Völlig richtig, Michael!

00:13:31: Aber dazu kommen wir noch step by step.

00:13:34: Bei Muskeltest genauso wie auch bei unseren Paar-Messungen damals mit der isometischen Kraft sind die Rollen klar verteilt.

00:13:40: Die Testsperson drückt und die getestete Person hält.

00:13:45: Wenn das Halten aufwendiger ist hat also der Patient damit schon mal die schlechteren Karten Also den schwierigeren Part.

00:13:51: Aber dabei passiert noch etwas anderes, etwas wirklich Wichtiges.

00:13:56: Vielleicht sogar das Entscheidende für den Muskeltest!

00:14:00: Dazu spielen wir euch eine Tonaufnahme vor.

00:14:03: Ich hoffe ihr habt einen guten Lautsprecher

00:14:05: Oder Subwoofer

00:14:18: Falls deine Anlage zu wenig Bass hat.

00:14:21: Hier noch eine Version bei der wir das Geräusch um zwei Oktaven angehoben haben.

00:14:26: Das sollte dann besser zu hören sein.

00:14:45: Gewitter Erdbeben Flugzeugturbine Nein, nein.

00:14:50: Im nächsten Kapitel Bebende Muskeln.

00:15:02: Das war ein Muskel bei isometrischer Anspannung hier sogar nur ein recht kleiner Muskel der muskulosextensor KAPI der Handgelenkstrecker.

00:15:11: Wir haben diese Aufnahmen mit einem geigen Tonabnehmer gemacht.

00:15:16: Mit diesem Muskelsound wird klar aktive Muskeln

00:15:23: schwingen.

00:15:25: sie erzeugen Oszulation.

00:15:27: Wenn immer Muskeln anspannen, schwingen sie also.

00:15:30: Stochastisch verteilt um ungefähr zehn Hertz in einem Bereich von sagen mal fünf bis dreißig Hertz.

00:15:36: die Frequenzen ab zwanzig Hertz kann man hören drunter nicht und diese niedrigen Frequenz klingen dann eben wie ein Erdbeben oder wie einen Gewitter finde ich sehr eindrucksvoll und ihr könnt es auch gleich selbst ausprobieren mit dem Finger in den Ohren.

00:15:49: Experiment am besten stoppt ihr dafür kurz die Wiedergabe nachdem ich es erklärt habe sonst hört ja den Rest nicht.

00:15:55: Also ihr könnt euch die Zeigefinger in die Ohren stecken und dann die Faust ballen.

00:16:00: Und dann habt ihr den Erdbebensound, das sind eure Muskeln.

00:16:03: Das passiert also wenn einzelne Muskeln anspannen aber wie ist es wenn zwei Personen gegeneinander agieren?

00:16:11: Wie beim Muskeltest?

00:16:13: auch das haben wir mit einem Experiment untersucht

00:16:16: Tja!

00:16:17: Und was passiert denn?

00:16:18: Auch wenn zwei Personen gegeneinander agieren, finden wir diese Schwingungen.

00:16:23: Das kann man sicher schon denken weil jeder schwingt für sich aber es passiert etwas Hochkomplexes.

00:16:29: Die

00:16:30: beiden Personen synchronisieren sich

00:16:32: das heißt beide Systeme vereinigen sich zu einem synchron schwingenden Gesamtsystem.

00:16:38: Funktionell werden sie also zu einem System und dass geht nicht ohne die beiden beteiligten Nervensysteme.

00:16:46: Wir haben also das Experiment mit den zwei Testpersonen wiederholt, wir haben das EEG aufgenommen und die elektrischen Hürdenströme gemessen, während die beiden Personen miteinander agierten.

00:16:59: Was war jetzt die Fragestellung?

00:17:00: Wir wollten auch hier gucken – gibt es quasi ein kohrentes Verhalten Also ein schwingendem Gleichtakt zwischen beiden Gehirn, zwischen Muskel und Gehirnen.

00:17:10: Und zwar innerhalb und zwischen beiden Personen.

00:17:14: Um diese Querenzen-Wavelet-Coherence-Analysis zu machen haben wir dann auch eng zusammen gearbeitet mit der Abteilung die Papand für Angewandte Mathematik der Uni Potsdam.

00:17:24: immer noch sehr dankbar.

00:17:25: Anders hat mir da sehr geholfen.

00:17:26: Sehr gute Kooperation!

00:17:35: Synchronisation, Gleichtag.

00:17:37: Nicht in allen Kanälen aber in nicht wenigen.

00:17:41: Also insgesamt viele Hinweise auf Kohärenz damit man sich da ein Bild machen kann.

00:17:46: diese Wavelet-Analysen ergeben auch schöne Grafiken weil sie analysieren.

00:17:53: Masse hat genau das genannt und auch als Kunst an die Wand gehängt

00:17:58: Ausgestellt.

00:17:59: es gab eine Ausstellung

00:18:02: Die zeigt quasi über die Zeitachse, die Frequenzen, die jeweils sich synchronisieren.

00:18:08: Aber wenn es also bei so vielen Kanälen doch relativ viel Coherenz gibt kann man eigentlich nur erahnen wie hochkomplex Koppelung zwischen zwei interagierenden Personen sein muss.

00:18:20: und wahrscheinlich funktioniert das nur mit zwei intakten Nervensystem.

00:18:24: Ja weil jedes muss sich ja auf das andere einstellen.

00:18:27: dessen Schwingungen Puh,

00:18:29: das war jetzt recht viel Input.

00:18:32: Vielleicht ganz kurz die Studien ihr wisst schon in den Show notes zu finden.

00:18:36: Claude fasst doch bitte nochmal kurz zusammen und danach kommen wir endlich zum Muskeltest!

00:18:44: Die Datenlage ist deutlich.

00:18:49: Halten und drücken unterscheiden sich signifikant in ihrer physiologischen Belastung, trotz identischer Kraftwerte.

00:18:55: Das halten kollabiert systematisch früher – sehr wahrscheinlich ist es komplexer zu steuern!

00:19:01: Befund Nummer zwei Arbeitende Muskulatur schwingt.

00:19:06: Eigentlich gibt es gar keine Isometrie im Wortsinn.

00:19:10: Stattdessen oszillieren Muskeln permanent um den Sollwert herum.

00:19:17: Wechselwirkende sensormotorische Systeme können sich koppeln und dann ein gemeinsames, oszillierendes Gesamtsystem bilden.

00:19:25: Was das alles mit dem Muskeltest nach Gotthard zu tun hat?

00:19:29: Das kommt jetzt!

00:19:32: Im nächsten Kapitel der manuelle Muskeltests nach Gothard.

00:19:45: Alles, was wir bisher betrachtet haben, fand bei gleichbleibender Kraft statt.

00:19:50: Die haltende Person adaptiert sich.

00:19:52: beide Gehen in einer Art Synchronisation.

00:19:55: Bei Muskeltest gibt es aber jetzt noch einen wesentlichen Unterschied – die testende Person steigert die Kraft!

00:20:03: Das heißt, die Getestete muss ihre Kraft permanent nachregulieren damit sie über den gesamten Kraftverlauf hinweg adaptiert bleiben.

00:20:10: Sie muss sich an die Kraft des Testers anpassen und in der gleichen Position bleiben.

00:20:17: Diese Muskelfunktion haben wir deswegen adaptive Kraft genannt.

00:20:21: Adaptive Kraft, adaptive Kraft.

00:20:24: um die adaptive Kraft noch ein wenig besser

00:20:27: zu verstehen bauen

00:20:28: wir unser Gedankenexperiment ein wenig aus.

00:20:31: Unsere Probandin hält also den Eimer am ausgestreckten Arm vor dem Körper.

00:20:36: Jetzt aber wird das Gefäß gleichmäßig mit Wasser gefüllt, wird also kontinuierlich schwerer.

00:20:43: Die Probanden müssen nun ihre haltende Kraft nach regulieren und das permanent.

00:20:48: Ihre Sensoren messen die veränderte Last, schicken die Daten an die Rechenzentrale, die berechnet die neue Haltekraft.

00:20:59: Da gibt es allerdings ein kleines Problem, das dauert.

00:21:04: Eine zehnte Sekunde bedeutet wenn die Reaktion erfolgt ist die Last schon weitergestiegen.

00:21:10: Die Antwort kommt immer zu spät.

00:21:12: Eigentlich hätten wir so keine Chance eine steigende Kraft in Echtzeit zu kompensieren Wenn unser raffiniertes Nervensystem dann nicht einen Trickauflager hätte.

00:21:24: Ein Feedforward Mechanismus Claude, erklär uns kurz was das ist.

00:21:31: Feedforward-Artslösung Das Zentralnervensystem nutzt sensorische Informationen nicht nur reaktiv sondern erkennt die Änderungsrate und extrapoliert daraus die zu erwartende Kraft.

00:21:44: Das war noch ein wenig Neurophysiologie.

00:21:54: Entscheidend für uns in der Praxis oder einer Wissenschaft, um das zu objektivieren ist aber jetzt an welchem Punkt oder bei welcher Kraft beginnt mein Arm oder mein Bein nachzugeben?

00:22:06: Und dazu denken wir unser Eimer-Experiment konsequent zur Ende!

00:22:10: Der Eimer ist riesig groß und wird so lange immer schwerer bis der Arm nachgeben muss... Dazu müssen wir neben der Kraft auch die Lage des Arms beobachten.

00:22:21: Wir müssen genau sehen, bei welcher Kraft beginnt er nachzugeben?

00:22:26: Habt

00:22:26: ihr also die ominöse Muskeschwäche wirklich messen können oder nicht?

00:22:33: Michael ein bisschen Geduld bitte!

00:22:35: Aber ja du stellst natürlich die entscheidende Frage.

00:22:39: Gibt es die von Gotthard behauptete Muskeschwäche Ja oder Nein?

00:22:44: und darauf gibt es ein glasklares Ja ein Ja, es gibt dieses Phänomen zweifelsfrei.

00:22:51: Wir haben das hundertfach messen können und spüren sie auch.

00:22:54: aber nein!

00:22:55: Es ist keine Schwäche.

00:22:56: Na super die Konfusion ist perfekt.

00:23:00: Da bin ich jetzt mal auf eure Erklärung gespannt.

00:23:04: Tja Michael Das Nachgeben lässt sich sehr überzeugend aus unseren Messkurven ablesen Die Laura gleich erklären wird.

00:23:12: Aber erstmal kurz zur Methodik.

00:23:14: Zum Glück haben wir irgendwann wieder mit den Messungen Mensch versus Mensch angefangen und hier gab es ausnahmsweise einmal Fördergelder.

00:23:22: Aber gar nicht für unsere Inhalte!

00:23:24: Die inhaltlichen Anträge wurden eigentlich so gut wie immer abgelehnt, aber Geld gab es für Technologieförderung

00:23:33: also für die Entwicklung eines Messgerätes.

00:23:36: Zusammen mit Industriefirmen haben wir meine alte kabelgebundene Messanordnung in ein kabelloses Handheldgerät übersetzt.

00:23:45: Das Gerät ist etwa Handteller-Ros, der Tester hält es in der Hand und nimmt damit Kontakt an der Extremität des Probanden, der in einer bestimmten Position eingestellt ist oder seine Extremität.

00:23:57: Und dann kann das Gerät mit seinen Sensoren messen, was passiert und sendet die Daten an einen Tablet.

00:24:04: Dort wird alles gespeichert und gesichert.

00:24:07: Das Wesentliche dabei ist der System muss einerseits die Kraft erfassen aber gleichzeitig auch die Lage der etesteten Extremität.

00:24:16: nur so können wir sagen wann genau diese Extremität nachgibt.

00:24:21: Die Kraft zu diesem Zeitpunkt markiert die maximale Haltekraft.

00:24:25: Genau bis dahin kann der Muskel stabil gegenhalten, danach geht er in die exzentrische Arbeitsweise über.

00:24:32: Er gibt nach!

00:24:33: Das Ganze unterlegen wir in unseren Publikationen natürlich mit Zahlen Aber ablesen können wir das auch aus den Messkurven.

00:24:42: Wenn ihr jetzt gerade über YouTube hört könnt ihr sie direkt sehen.

00:24:46: Wer die Audiofassung hört kann die Grafik auf unserer Akademie Seite aufrufen.

00:24:50: Den Link habt ihr in den Show Notes.

00:24:53: Die Grafiken zeigen genau das Verhalten der Muskel, dass wir mit dem Test nach Gotthard finden.

00:24:59: Sie und unsere Berechnungen sind letztendlich der Nachweis.

00:25:04: Laura erklärst du uns bitte kurz was wir da sehen?

00:25:07: Es handelt sich hierbei um die Messung der Armbäuger bei einer gesunden jungen Probandin.

00:25:13: Wichtig ist es dieselbe Probandinn und derselbe Muskel in zwei Zuständen Blau zeigt den Test bei stabilen Muskeln und Rot beim instabilen Zustand.

00:25:23: Wie diese beiden Zustände herbeigeführt werden, das kommt später.

00:25:27: Ich erkläre mal ganz kurz die Grafik.

00:25:29: Wir sehen oben die Kraftkurve wie gesagt rot für instabilen Zustand blau für stabile Zustand und unten in denselben Farben die zugehörige Position der Extremität, also das Gyrometer-Signalwinkelgeschwindigkeit.

00:25:42: Was wir jetzt sehen – und das ist entscheidend bei der blauen Kurve – sehen wir dass über den gesamten Zeitraum auf der x-Achse die Position stabil bleibt,

00:25:51: d.h.,

00:25:52: die Maximalkraft wird unter stabilen Bedingungen erreicht?

00:25:55: Genau!

00:25:56: Das ist das untere Diagramm.

00:25:58: Bei der roten Kurve sehen wir jetzt auch wieder im unteren Diagramm, dass sich das Gyrometersignal also die Position verändert.

00:26:04: Der Muskel beginnt sich zu verlängern und zwar von ungefähr hier bei zweieinhalb Sekunden bei einer Kraft von nur siebzig Newton.

00:26:12: Das ist also der Punkt wo die Kurve von der Nulllinie weggeht nach oben?

00:26:16: Genau!

00:26:17: Und in diesem Zeitpunkt brauchen wir die Kraft und dies hier eben mehr als um die Hälfte reduziert im Vergleich zur Maximalkraft der Kurve ganz wichtig.

00:26:28: Nachdem der Muskel schon beginnt, sich zu verlängern, steigt die Kraft weiter.

00:26:33: Das bedeutet auch klassischerweise wird ja immer der Pieck einer Kurve genommen für die Maximalkraft.

00:26:38: Das ist aber hier im nachgebenden Muskels und wir brauchen die höchste Kraft während stabiler Positionen und das wäre eben hier wo die untere Grafik sich von der Null weg bewegt.

00:26:54: Erhöht dennoch im Nachgeben seine Kraft weiter und erreicht schließlich seine Maximalkraft.

00:27:01: In dieser Messung beginnt der instabiler Armbäuger schon bei siebenunddreißig Prozent seiner Maximalkraft nachzugeben, das ist schon ziemlich instabil!

00:27:11: Im stabilen Zustand gibt dieselbe Muskelgruppe über den gesamten Kraftanstieg hinweg.

00:27:39: Gut, das war beeindruckend.

00:27:41: Aber eben nur ein einzelnes Beispiel!

00:27:44: Wie oft konntet ihr das beobachten?

00:27:47: Wir haben insgesamt hundertzwölf Muskeln gemessen und dabei vierhundertundachtzig verschiedene Messungen im stabilen Zustand.

00:27:54: Und dreihundertsieben Messung im instabilen Zustands.

00:27:57: Das ist eine ziemlich gute Datenbasis, jetzt kürzlich haben wir erst noch eine Studie an Fußballern gemacht die das auch bestätigen.

00:28:04: wichtig dabei immer.

00:28:05: Wir haben dieselben Muskeln in beiden Zuständen erfasst standhaft und nachgiebig.

00:28:12: Damit können wir sagen es gibt zweifelsfrei diese beiden Zustände.

00:28:17: Muskeln können augenblicklich zwischen diesen hin und her switchen.

00:28:21: Und noch was, unter stabilen Bedingungen war das Kohärente gemeinsame Schwingen deutlich sichtbar – bei Instabilität kam es kaum oder gar nicht zur Synchronisation!

00:28:32: Die beiden beteiligten Systeme konnten sich also nicht zu einem Gesamtsystem koppeln.

00:28:38: Ganz

00:28:38: entscheidend dabei?

00:28:39: Bei stabilen Bedingungen beginnt das gemeinsame Aufschwing vor der Maximalkraft unter stabilem Bedingung.

00:28:46: Bei Instabilität kommt es eben nicht dazu oder wenn erst nachdem der Muskel schon in der Verlängerung ist.

00:28:52: Vielleicht können Muskeln gegeneinander nur Stabilität herstellen, wenn sie ein gemeinsames Schwingungsverhalten finden?

00:29:00: Wie gesagt Sie kennen ja eigentlich keine wirkliche Ruhepositionen, wenn Sie anspannen.

00:29:05: also müssen sich vielleicht gemeinsam um die Solllänge herum schwingen und das kann unter gestörten Bedingungen vielleicht eingeschränkt sein oder gar nicht zustande kommen.

00:29:17: Das müssen wir erst mal sacken lassen.

00:29:20: Hier nochmal die Hauptergebnisse.

00:29:23: Ein Zeichen von Stabilität könnte eben sein, dass Tester und Proband zu einem Rhythmus finden?

00:29:31: Genau!

00:29:32: Ich dachte das hätte ich gesagt...

00:29:38: Nachgebende Muskeln entwickeln ihre volle Muskelkraft so wie im stabilen Zustand.

00:29:43: aber die Besonderheit ist es passiert während des nachgebens.

00:29:48: Das bedeutet, instabile Muskeln sind nicht schwach.

00:29:53: Wir testen also nicht die Kraft.

00:29:57: Trotz der vollen Kraftentwicklung geben instabile muskeln im Durchschnitt aller Vergleiche schon bei fifty-six Prozent ihrer Maximalkraft nach in extremen Fällen deutlich darunter.

00:30:08: Das bedeutet instabile Muskeln können nur einen Teil ihrer Kraft für das Halten nutzen.

00:30:14: und Punkt

00:30:14: drei Wenn Muskeln nachgeben, gibt es so gut wie keine gemeinsame Ossolation der Testpartner.

00:30:20: Es gelingt ihnen also nicht oder nur schlecht sich zu synchronisieren.

00:30:24: Das bedeutet die Fähigkeit sich zu einem gemeinsamen Rhythmus zu koppeln ist bei Instabilität reduziert oder fehlt.

00:30:32: Damit ist unsere etwas rätselhafte Doppelantwort auf Michaels Frage geklärt Ja!

00:30:38: Es gibt glasklares Wegbrechen schon bei etwa der halben Kraft wenn Muskeln Nachgeben.

00:30:45: Aber nein!

00:30:46: Es ist nicht die Kraft, die zusammenbricht.

00:30:49: Denn die Maximalkraft steht zur Verfügung – es muss an der Steuerung liegen, die es nicht schafft, die eigentlich zur Verfügung stehenden PS des Muskels beim Halten auf die Straße zu bringen.

00:30:59: Es muss also ein Softwareproblem

00:31:01: sein.".

00:31:02: Das ist eine schöne Bestätigung der Definition Walters.

00:31:05: Wie war sie noch mal, Claude?

00:31:15: Die meisten Muskeltests in der Applied Kinesiology bewerten nicht die Kraft, die ein Muskel erzeugen kann sondern wie das Nervensystem die Muskelfunktion steuert.

00:31:26: Alles spricht dafür es geht um einen Steuerungsproblem.

00:31:30: Also was testen wir dann eigentlich?

00:31:32: Wir brauchen hier eine klare Sprache.

00:31:34: jahrelang haben wir in unseren Kurzen von stark und schwach gesprochen In Anführungsstriche gesetzt.

00:31:40: Das war schon ziemlich unbefriedigend aber jetzt hat es Klick gemacht.

00:31:44: Jetzt haben wir die richtige Terminologie für das, was wir damit dem AK-Test erfassen und wir haben sie in den letzten Minuten auch schon eingesetzt!

00:31:59: Stabilität ist die Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse.

00:32:04: Normalerweise sollten Muskeln stabil sein.

00:32:07: Unsere Praxiserfahrung sagt instabile Muskeln weisen auf Störungen im System hin aber Diese Kiste machen wir jetzt nicht mehr auf, wodurch ein stabiler Muskel gestört werden kann und welche Nervalenprozesse möglicherweise dahinterstecken.

00:32:22: Das kommt in Folge drei das destabilisierte System.

00:32:33: Momentchen noch ihr beiden!

00:32:35: Das geht mir doch jetzt dann wenig schnell.

00:32:38: So

00:32:38: ganz habt ihr mich noch nicht überzeugt.

00:32:41: Bevor wir zu möglichen Störeinflüssen kommen können muss ich noch etwas Wasser in den Wein gießen.

00:32:57: Okay, da haben wir in der nächsten Folge doch noch ein wenig mehr zu besprechen.

00:33:02: Für heute genügt's jetzt aber wirklich!

00:33:05: Wir sind Laura Schäfer

00:33:07: und Frank Bittmann – vielen Dank fürs Zuhören.

00:33:09: und bis zum nächsten

00:33:10: Mal!

00:33:18: In den Show-Notes findet ihr ergänzende Materialien und Links

00:33:24: zum

00:33:24: Nachlesen.

00:33:25: Und unsere Mailadresse für Feedbacks, Kritiken, Hinweise und Fragen!

00:33:31: Die spannendsten davon werden wir in kommenden Folgen

00:33:35: aufgreifen.

00:33:57: neu folgen gibt es an jedem ersten montag des monats oder abonniert uns einfach überall wo es podcasts gibt.

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